Bilder

1. Abend: Thorn Rathaus mit Kopernikus

Reisebericht

Ellwanger Kantorei auf großer Fahrt

 

Achtzehn Sängerinnen und Sänger der Ellwanger Kantorei unter ihrem Leiter Reinhard Krämer, dazu dreizehn Angehörige und Freunde, brachen am Pfingstmontag in aller Frühe auf zu einer elftägigen Konzertreise in das südlichste der baltischen Länder, Litauen.

Im mittelalterlichen Thorn, der Geburtsstadt des Astronomen Kopernikus, legte die Gruppe eine Übernachtungspause ein. Nach einer ausführlichen Stadtbesichtigung mit fachkundiger Führung ging die Fahrt weiter bis zur mächtigen Kreuzritterfestung Marienburg. Auch dort gab es eine Führung, bevor die Busfahrt weiterging bis zum Tagesziel Danzig.

Zwei Nächte blieb die Reisegruppe in dieser wunderschön restaurierten ehemaligen Hansestadt, neben der offiziellen Stadtführung blieb genug Zeit für individuelle Erkundungsgänge. 

Am 19.5. wurde der letzte Teil der Reise in Angriff genommen. Quer durch die wunderschöne Masuren-Landschaft und mit einer längeren Pause im Erholungsort Nikolaiken ging es weiter bis zum Zielort Jurbarkas  in Litauen, am Ufer der Memel, wo die Gruppe während der Zeit in Litauen untergebracht war.

Schon am nächsten Morgen wurde der Berg der Kreuze besichtigt, ein Nationalheiligtum der Litauer, 150 km nördlich von Jurbarkas bei der Stadt Siauliai gelegen. Am Abend gab der Chor sein erstes Konzert in der ehemaligen orthodoxen Kirche in Jurbarkas. Abwechselnd mit dem Kinderknabenchor der Musikschule von Jurbarkas und dem Schulchor des dortigen Gymnasiums sang die Kantorei ihr Pfingst-Programm.

Ein großer Ausflug führte die Reisegruppe am nächsten Tag auf die Kurische Nehrung, eine zwischen der Ostsee und dem Kurischen Haff gelegene schmale Landzunge. Ein kurzer Spaziergang führte hinauf in den „Hexenwald“, in dem litauische Künstler Märchen- und Sagengestalten ihres Volkes in zahlreichen Holzskulpturen zum Leben erweckt   haben.  Noch ein kurzer Stopp bei einer Kormoran-Kolonie, dann konnten sich wenige Wagemutige in die kalten Ostseewellen stürzen, während das Gros der Gruppe die See lieber  vom Strand aus betrachtete. In Nida führte der Weg die Gruppe über die Parnidder Düne hinunter in das alte Fischerdorf Nida mit seinen bunten Fischerhäusern. Auf der Rückfahrt wurde noch in der Hafenstadt Klaipeda, dem ehemaligen Memel, eine Rast eingelegt.

Am Sonntag Morgen sang die Kantorei einige Chorsätze im Gottesdienst in der neuen evangelischen Kirche in Jurbarkas und gab anschließend noch ein kleines Konzert. Nach einem Imbiss im Gemeindehaus und einem kurzen Abstecher zu einem Bauerntheater in der Nähe wurde Schloss Panemune, auf dem Hochufer der Memel in der Nähe von Jurbarkas gelegen, angesteuert. Dort war Zeit zum Besichtigen einer Kunstausstellung und zum Kaffeetrinken, bevor es wieder zurück nach Jurbarkas ging.

Ein weiterer großer Ausflug führte die Gruppe am Montag nach Trakai, der großen gotischen Wasserburg und ehemaligen Sitz einiger litauischer Großfürsten. Von dort ging es weiter in die Hauptstadt  Vilnius. Eine junge Litauerin brachte während ihrer Führung der Reisegruppe ihre Heimatstadt mit viel Begeisterung und Emotion nahe.

Am Dienstag folgte ein Ausflug ins ethograpische Museum Rumsiskes in der Nähe von Kaunas, in dem alte Bauernhäuser aus allen vier Regionen Litauens zu besichtigen sind. Zurück in Kaunas wurde die Altstadt besichtigt, mit mehreren großen Kirchen, dem gotischen Perkunas-Haus und vor allem dem „Weißen Schwan“, dem ehemaligen Rathaus von Kaunas. Der Besuch des riesigen Einkaufszentrums „Akropolis“ bildete dazu einen schrillen Kontrast.

Am Mittwoch Morgen hieß es Abschied nehmen. Die Fahrt durch Polen wurde unterbrochen durch eine Besichtigung der malerischen Warschauer Altstadt, die nach den Kriegszerstörungen vollkommen wieder hergestellt wurde und heute zum Weltkulturerbe zählt.  Nach einer Übernachtung in der Nähe von Warschau folgte die lange Rückfahrt. Am Donnerstag Abend kam die Reisegruppe müde, aber wohlbehalten und  voller neuer Eindrücke, nach Ellwangen zurück.

Ursula Staiger-Schmid