Wir übernehmen Verantwortung
In Zeiten der Krise ist es für niemanden eine Frage, dass Christen und Kirchen sich aktiv für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Doch zu anderen Zeiten ist dieses Engagement umstritten. Aber diese Aufgaben sind keine "zusätzlichen" Tätigkeiten, denn es geht im Glauben ursächlich um Gerechtigkeit und Frieden.
So steht der Friede im Raum, wenn wir Gottesdienst feiern: Wir klagen über das, was dem „Shalom“ (hebräisch: Frieden und Lebensfülle) Gottes widerspricht. Wir erinnern uns an die Versprechungen Gottes, die verletzte Welt zu heilen. Wir beten für alle denen „Frieden und Gerechtigkeit“ vorenthalten werden. Und wir gehen alle „im Frieden Gottes“ unseres Weges. Gottesdienst ist Friedensarbeit, weil der Friede als Geschenk Gottes gefeiert und angenommen wird. Gerechtigkeit aber ist die notwendige Voraussetzung für Frieden, das erkennen wir heute in der Zeit beginnender Verteilungskriege um so deutlicher.
Das Abendmahl erfordert Gerechtigkeit
Zum Tisch des Herrn treten wir ohne Ansehen der Person als mit unserem Nachbarn und unserer Nachbarin gleiche Menschen: als von Gott Angenommene und Beschenkte. Diese Gleichheit der Tischgemeinschaft wird verletzt und verleugnet, wo Ungleichheit und Ungerechtigkeit herrschen. Solange wir auf Kosten anderer Menschen leben, solange wir es hinnehmen, dass anderen Menschen schlecht leben oder gar nicht überleben - solange treten wir die Gabe Gottes mit Füßen. Deshalb ist Gerechtigkeit als Aufgabe eine direkte Konsequenz der Versöhnung, die Gott in Christus errichtet. Ja, irdisch gesehen ist Gerechtigkeit sogar Voraussetzung für einen wirklichen Frieden.